Konsolidierung

Lange Zeit habe ich nichts mehr in meinen regulären Blog fluffcrunch geschrieben. Das hat nichts damit zu tun, dass ich keine Lust mehr habe oder mir die Themen ausgehen würden. Es gibt natürlich ein allgemeines Zeitproblem – klar, das ist ja immer der Knackpunkt.

Ich hatte ja schon im Rückblick/Ausblick 25/26 geschrieben, dass das Bloggen nicht mehr so meins ist. WordPress ist einfach too much für das, was ich schreibe. Ein nicht unerheblicher Teil meiner Zeit fließt in den technischen Kram. Die Zeit nutze ich lieber zum Schreiben. Es fühlt sich mit WP daher nicht mehr wie Bloggen an. So leicht aus der Hüfte geschossene Texte, die irgendwie die Befindlichkeit wiedergeben. Ein Logbuch eben, in dem ich festhalte, woran ich gerade arbeite, welche interessanten Artikel ich dazu gefunden habe usw. Scheiße, meine innere Carrie Bradshaw will sich nicht über Big Tech, sondern über Mr. Big Gedanken machen.

Mein Mr. Big ist eben Pen&Paper und auch Horror/Lovecraft etc. (auch im nicht spielerischen Sinne, aber dazu komme ich noch). Als ich vor ein paar Monaten wieder angefangen habe zu schreiben, habe ich mir auch andere Blogs angesehen. Die Szene in Deutschland ist tot! Es mag noch hier und da Blogs geben, aber naja… Und da frage ich mich: Was macht einen Blog in der Pen&Paper Szene für mich aus? Ich schließe hier mal von mir auf andere. Ich lese keine Blogs über Systeme, die mich selbst nicht interessieren. Und gibt es wirklich heißen Scheiß, der mich hinter dem Ofen hervorlockt? News schaue ich mir auf YouTube an oder ich bekomme sie über Discord mit. Blogs waren immer irgendwie die Nieren des Netzes: Sie filterten das Wichtigste aus den Foren oder Facebook und führten es zurück ins allgemeine Web, zumindest im Pen&Paper Bereich. Heute gibt es viele Blasen, keine Nieren und viel zu viel Pisse.

Blogs können natürlich auch sehr spezifisch sein: DSA-Blogs, Pathfinder-Blogs, WoD-Blogs… In dieser Ecke sehe ich mich auch. Gerade PbtA, vielleicht Cypher oder OSR. Themen, die mich begeistern und über die ich auch gerne schreibe. Ich bin da zwar kein Experte, aber ich gebe es wenigstens zu.

Die Aufarbeitung von Themen, Übersichten etc. passt meiner Meinung nach nicht in einen Blog. WP ist aufgebläht; man kann es dadurch als CMS nutzen, ja klar – aber will ich diesen Aufwand? Zum einen: Nein! Für so einen kleinen Text brauche ich kein großes System mit tausend Plugins. Dieser Text, so cool ich ihn gerade beim Tippen vielleicht finden mag, hat keine lange Halbwertszeit. Morgen kann sich meine Meinung geändert haben, darum lest immer den zuletzt verfassten Beitrag! That’s a blog, baby!

Zum anderen: Wieder nein! Ich schreibe auch gerne etwas tiefergehendes Zeug (kurzer Einblick gefällig? Dann wartet mal auf den nächsten Beitrag!). Das heißt, ich lese mich gerne in ein Thema ein, mache mir Notizen und – fuck ja – ich schaue mir auch mal gegenteilige Meinungen an. Das in einen Blogartikel rauszuhauen, ist suboptimal; allein mit dem nächsten Artikel rutscht alles weiter ins digitale Nirwana. Außerdem finde ich es schwer, Artikel zu ergänzen. Ich will keinen Roman schreiben, allerdings denke ich, dass vielleicht auch mal ein paar kluge Gedanken von diesem Grognard kommen können, der hier schreibt.

Eine MediaWiki oder Joomla anzulegen und zu pflegen, ist noch aufwendiger – Kanonen und Spatzen, ihr versteht? In diese Richtung sollte es allerdings tatsächlich gehen. Seit einiger Zeit nutze ich Obsidian, und genau das ist es, was mir vorschwebt. Eine verlinkte Textsammlung. Darüber hinaus ist es super simpel zu bedienen (mittlerweile für mich – kein Plan, wie es sich für Einsteiger anfühlt), ich kann Texte ergänzen, erweitern und verlinken. Obsidian hat von Haus aus nur eine kostenpflichtige Möglichkeit, eine Vault ins Netz zu bringen; dazu bleibt der Inhalt webseitig auf deren Servern. Da bin ich noch am Überlegen, es gibt aber auch die HTML-Export-Plugins …

Wie sieht aber der nächste Schritt aus? Ich werde weiter in einem locker flockigen Stil bloggen. Auch wird der Blog weiterhin unter bekannter Domain erreichbar sein, allerdings verweist alles auf wyrm.blog. Unter arkham.blog wird es anfangs Infos zu meinen ausgeschriebenen Runden etc. geben. Ich werde auch eine Vault mit Horror Thematik an den Start zu bringen, immerhin mein zweites Steckenpferd. Alle alten Überreste von Blogs werde ich nach und nach offline stellen. Lange wollte ich das nicht, aber es dürfte kaum noch Interesse an Blogs von vor 15 Jahren bestehen. Die Erinnerungen an die gute, alte Zeit sind wohl auch mehr Nostalgie als alles andere. Relevanz haben die Inhalte nicht mehr, und die Blogs technisch aktuell zu halten, mag jetzt nicht der schlimmste Aufwand sein – aber manchmal vergesse ich es einfach. Was nicht so sicher sein dürfte.

Das ist also erst einmal der Plan.

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